Das Jagdsystem in Belarus

Jagdgruppe im Morgengrauen
Die jagdliche Ordnung Weißrusslands ist aus sowjetischer Zeit weitgehend erhalten geblieben. Weite Teile des Landes (ca. 60%), insbesondere die großen mit Waldinseln durchsetzten Feldfluren sind vergeben an die genossenschaftliche Jagd- und Fischereivereinigung “BOOR”. Dort lebt, zumindest auf dem Papier, der Sozialismus weiter. Jeder weißrussische Staatsbürger, der eine Jagdprüfung bestanden hat, kann in einer der regionalen Untervereinigungen mitmachen. Hauptamtliche Mitarbeiter in Uniform sorgen als Ordnungsbeamte für die Einhaltung der jagdlichen Vorgaben der Regierung. BOOR bietet seit einigen Jahren auch ausländischen Gästen Abschussgelegenheiten gegen Devisen BOOR-Abteilung Bichov erlegt 2012an. Interessant kann das für Gäste sein, die ihre eigenen Jagdhunde mitbringen möchten. In der Organisation BOOR ist die Ausbildungs- und Verbandsarbeit zu Hause. Die Zucht von Jagdhunden und das jagdliche Brauchtum werden hier gepflegt. Vaugus tastet sich langsam an die BOOR Struktur heran, um bald die empfehlenswerten Reviere anbieten zu können. Die Gästehäuser sind noch nicht alle unserem Standard angepasst. Die Kameradschaft mit den teilweise hochpassionierten Jagdführern war bei den ersten Testjagden jedoch sehr angenehm und ersetzt den Komfort durch Warmherzigkeit und glühendes Interesse an unserer deutschen Jagdkultur.

Wisente im Nationalpark
Die renommiertesten Reviere des Landes (ca. 20% der Fläche) sind die Nationalparks und weitere Schutzgebiete der präsidentennahen Zentralverwaltung. Zweifellos sind sie bestens gemanagt und bei uns bereits durch die Jagdpresse bekannt. Wer hat noch nicht von den Wisenten der Bieloweschskaja Puschtscha gehört? Bekannt ist auch der in den südlichen Sümpfen des Landes gelegene Pripjet Nationalpark. Man kann diese Vorzeigereviere über die etablierten europäischen Jagdbüros buchen.

Vaugus pflegt seit 2013 eine enge Partnerschaft mit dem im Gebiet Vitebsk gelegenen Biosphärenschutzgebiet Berezinski Sapowetnik. Besonders sind hier unsere Angebote für Kurz- und Geschäftsreisende nach Minsk. Vor Ort lassen sich Jagdwaffen ausleihen. Aufenthalte von 2-3 Nächten sind kurzfristig und unbürokratisch möglich. Die Schutzgebietsverwaltung lädt auch Naturbegeisterte zu Exkursionen ein. Sprechen Sie uns an.

Vaugus kooperiert weiterhin vor allem mit der dritten Struktur des Landes, mit den in staatlicher Eigenregie befindlichen Jagdgebieten des Forstministeriums (ca. 20% der Fläche). Vaugus ist derzeit der wohl engagierteste Vermittlungspartner des Forstministeriums für Westeuropa.

Leschosen
78 Forstbetriebe (Leschosen) bejagen mit fest angestelltem Personal etwa 9,4 Mio ha, davon mehr als die Hälfte Wald aber auch über 3 Mio ha Feldflächen und offene Landschaften sowie über 500.000 ha Wasser und Sumpf. Die Forstbetriebe haben eine starke Stellung auf dem Lande, sind finanziell unabhängig und beschäftigen hocherfahrenes Personal. Ihre Jagdhäuser sind oft ganz neu gebaut oder fachgerecht im Holzbaustil restauriert. Sie haben einen einfachen aber angemessenen Komfort und liegen meist reviernah unweit von Seen oder großen Flüssen. 2-3 oder noch mehr Schlafräume ermöglichen die Unterbringung kleiner Gruppen in Einzelzimmern. 8-10er Gruppen, die zu den Drückjagden anreisen, kommen meist komplett im Haus unter, was eine besonders gemütliche Atmosphäre ermöglicht. Banjas (russische Saunen) werden in vielen Betrieben mit angeboten.

Ein Wohnzimmer mit Kamin sorgt für Gemütlichkeit. Satellitenfernsehen und der Empfang für das Mobiltelefon sind trotz der Abgeschiedenheit im Land verbreitet. Einige Häuser haben einen Billiardtisch aufgestellt. Wenn die Gäste ankommen, wird eine Haushälterin und Köchin rund um die Uhr für sie da sein. Mit weißrussischer Fürsorge bereitet sie Hausmannskost zu, backt die berühmten „Blini“ (Pfannkuchen), kocht Tee, räumt das Geschirr weg und hält Ordnung. Man kann sich herrlich verwöhnen lassen und muss eigentlich nur darauf achten, dass man vor lauter Verköstigung nicht bald den Gürtel ein Loch weiter schnallen muss. Zwischen den Ansitzen und Pirschgängen lässt man es sich gut gehen. Man spielt Karten oder Schach, liest ein Buch und schläft wie ein Stein. Da die Weißrussen begeisterte Angler sind, kann auch das eine Beschäftigung sein. Wer mal in die nächste Stadt oder in die Umgebung fahren möchte, spricht die Gastgeber darauf an. Gegen einen kleinen Aufpreis für die Fahrtkosten organisieren sie alles, was gewünscht wird.
Forsteigene Fahrzeuge garantieren Mobilität.
Berufsjäger "Jeger"
Die teilweise jahrzehntelang diensttuenden „JEGER“ (Berufs-Revierjäger) sind legendäre Originale, die sich hervorragend auskennen. Nur mit Ihrer Führung kann es in den wenigen Tagen des Aufenthalts mit dem erträumten „Lebenskeiler“klappen. Nur sie beherrschen vollständig den Elchruf. Sie wissen genau, wo der Auerhahn balzt. Die Reviere der Leschosen sind aufgrund der Regiebejagung nicht überlaufen. Die großen Waldgebiete durchsetzt mit jagdlich zugeschlagenen Feldflächen beherbergen die besten Rotwild-Elch- und Schwarzwildbestände des Landes.

Unsere Partnerbetriebe:

Vaugus arbeitet seit 2009 eng und bevorzugt mit den Leschosen des Gebiets Mogilov zusammen. Mit der 11 Betriebe vereinigenden Zentralverwaltung stimmen wir uns Jahr für Jahr ab. Hier reservieren wir langfristig Lizenzen vor und buchen für die verheißungsvollsten Tage der Saison die Jagdhäuser Die Region im Osten des Landes ist besonders bekannt für seine guten Elch- und Schwarzwildbestände. In drei Betrieben kommt starkes Rotwild vor, einer hat sogar eine bei uns kaum bekannte Wisentpopulation.

Die Leschose Bichov

Leschose BichovDer Jagdbetrieb in Bichov liegt ca. 220 km vom Flughafen Minsk 2 entfernt. Das unweit eines großen Stausees liegende Jagdhaus wurde ganz neu gebaut. Jedes der 3 Schlafzimmer hat ein eigenes Bad und Toilette. Ein Kamin und eine Sauna sorgen für Wärme nach nächtlichen Ansitzen im Schnee. Die Küche ist ausgezeichnet. Die Gäste schwärmten besonders von frisch nach der Erlegung zubereitetem Wildbret. Bichov hat eine Jagdfläche von ca. 67.000 ha, davon 43.000 ha Wald, 22.000 ha Feld und ca. 2000 ha Wasser und Sumpf. Der Elchbestand ist sehr stabil. Die Rufjagd wird erfolgreich praktiziert. Fast alle unserer Kunden kamen bisher auf den Elch zu Schuss.. Empfehlenswert ist in Bichov auch die Keilerjagd im Herbst auf den abgeernteten Maisfeldern.

Die Leschose Tscherikov

Leschose TscherikovDas ganz im Osten an der russischen Grenze befindliche sehr einsame Jagdgebiet Tscherikov dürfte derzeit wohl das beste Elchrevier in unserem Angebot sein. Seine leicht wellige Landschaft ist reizvoll. Die gemischte Feld-Waldstruktur mit sich abwechselnden landwirtschaftlich bewirtschafteten und teilweise der Sukzession anheimfallenden sandigen Grenzertragsböden bildet in diesen Jahren des Umbruchs und der Landflucht ein einmaliges Wildbiotop. Unvergesslich die morgendliche Pirsch durch aufgegebene und sich langsam wiederbewaldende Felder, vorbei an verlassenen Bauernhäusern mit unbeachteten übervoll behangenen Apfelbäumen in den verwilderten Gärten. Elche, Sauen und Rotwild ernten hier die herabfallenden Früchte. Eine ganz eigentümliche aber für uns Mitteleuropäer reizvolle Atmosphäre erwartet uns hier mit großen Chancen auf einen Jagderfolg. Der Jagdbetrieb wird straff geführt. Das Jagdpersonal ist sehr professionell und hochpassioniert. Auf einer Drückjagd im Dezember 2012 waren wir beeindruckt von der Effizienz der Hundeführer, die uns mit ihren ausgezeichnet abgeführten Laikas das Wild zutrieben. Der Betrieb hat eine Jagdfläche von 85.000 ha, davon 50.000 ha Wald, 31.000 ha Feld und 3000 ha Wasser und Sumpf. Hauptwildart ist der genannte Elch sowie die Sauen. Es gibt einen noch im Aufbau befindlichen Rotwildbestand. Jährlich können hier 2-3 Lizenzen auf den Hirsch erworben werden. Das Schwarzwild ist enorm stark. Wölfe werden sehr konsequent bejagt und dennoch wechseln sie von Süden her immer wieder ein. Das Jagdhaus ist relativ neu. 4 Schlafzimmer und 2 Bäder sorgen für einfachen Komfort und Ruhe, um sich zu erholen. Eine stilechte Sauna wurde in 2012 eingerichtet.

Leschose Klichev

Hier in Klichev hat alles angefangen mit der Vaugus Jagdreisevermittlung. Im Jahr 2008 war Thilo v. Gilsa zu Gast bei seinem langjährigen Holzlieferanten, dem Direktor der Leschose. Im Jagdhaus und in der Sauna verbrachte man erholsame Stunden unter Männern beim Schwitzen, Essen und Trinken. Der Direktor berichtete von sehr unterschiedlichen Erfahrungen mit ausländischen Jagdgästen und man verabredete sich, es in Zukunft gemeinsam und besser zu organisieren. In Klichev wurde Thilo v. Gilsa nicht nur auf seinen ersten Auerhahn geführt. Hier hat er das Jagdsystem des Landes, die Mentalität seiner Berufsjäger sowie die Chancen und Grenzen der kommerziellen Jagd in Belarus zu durchdringen und zu verstehen gelernt. Es entstand bei ihm der Wunsch mehr zu vermitteln als starke Trophäen, nämlich das Gesamterlebnis aus Jagd, Naturerfahrung und dem weißrussischen Verständnis für Erholung (odichat). In Klichev entsteht in 2013 ein neues Jagdhaus im Blockhausstil für bis zu 10 Personen.

Klichev, ca. 150 km östlich von Minsk, ist ein Vorzeigebetrieb in Belarus. Er ist nicht nur berühmt für seine hervorragende Holzqualität, sondern verwaltet auch ein riesiges Jagdgebiet: 130.000 ha Gesamtfläche, davon 80.000 ha Wald und 47.000 ha offene Feldflur. Klichev ist ein Paraderevier für die nächtliche Keilerjagd, hat starke Elche zu bieten sowie eine gute Auerhahnpopulation. Ein Rotwildbestand wächst langsam heran. Wir empfehlen dieses Revier an erster Stelle auch wegen seiner drahtigen Berufsjäger. Durch deren Führung kommen vor allem sportliche Pirschjäger auf ihre Kosten. Auch Drückjagden mit gut ausgebildeten Laikas werden angeboten.

Leschose Belinitschi

Frühstück wird gereichtBelinitschi liegt in nordöstlicher Nachbarschaft der Leschose Klichev nicht sehr weit von der Gebietshauptstadt Mogilov entfernt. Vom Flughafen aus ist der Betrieb in guten zwei Stunden auf gut ausgebauten Straßen zu erreichen. Seine Größe von 125.000 ha (60 Tsd ha Wald, 58 Tsd ha Feld und 7 Tsd ha Sumpf) macht ihn zu einem bedeutenden Jagdrevier im Lande. Elch-, Rot-, und Schwarzwild sind die Hauptwildarten auf die wir dort jagen. Die Auerhahnjagd in Belinitschi ist ebenfalls sehr zu empfehlen. Das Jagdhaus hat Platz für bis zu 12 Personen und beherbergt mühelos eine Drückjagdgruppe. Die kulinarische Versorgung ist Spitzenklasse. Die Atmosphäre und der Umgangsformen der Jäger sind besonders zuvorkommend und höflich.

Leschose Ossipowitchi

Ossipowitchi ist das heimliche Bialowies im Osten des Landes. Eine kaum beachtete Wisentpopulation von mehr als 100 Tieren zieht seine Fährte. Hier gibt es aber auch eine sehr alte und kerngesunde Rotwildpopulation auf rund 75.000 ha. Der Standort ist nährstoffreicher und frischer als in anderen Landesteilen. Ein natürlicher und artenreicher Laubwald ermöglicht dem Rotwild einen optimalen Lebensraum. Der gute Boden und eine intensive Landwirtschaft bringt aber auch kapitale Rehböcke hervor. Wo gute Feldfrüchte wachsen, gibt es auch starke Sauen. Ossipowitchi ist vom Flughafen aus in guten 1,5 Stunden zu erreichen. Der Betrieb hat eine Größe von 57.000 ha, davon 39.000 ha Wald und 14.000 ha Feld. Ein traditionsreicher und gut geführter Betrieb mit einem komfortablen und frisch renovierten Jagdhaus, Sauna selbstverständlich.

Leschose Prujani im Gebiet Brest

Prujani liegt in östlicher Nachbarschaft zum weltberühmten Wisent-Nationalpark Bialoweschskaja Puschtscha und damit unweit der polnischen Grenze. Es ist berühmt für seine Rotwildjagd. Kilometerlange Kanäle durchziehen das flache Land. Die Gesamtfläche ist mit 167.000 ha von unserem deutschen Orientierungssinn gar nicht wirklich zu erfassen. Die jagdliche Führung und auch die Versorgung sind ausgezeichnet. Prujani empfehlen wir zur Erlangung einer starken Hirschtrophäe. Rechtzeitige Anmeldung mit Nennung der angestrebten Trophäenstärke ist geboten. Geweihgewichte von 9-10kg sind kein Jägerlatein. Aber Prujani hat auch reichlich Schwarzwild zu bieten. Auf einer geschlossenen Jagdfläche in dieser Größenordnung wird alles geboten.

Prujani hat Platz in Einzelzimmern für 4-5 Jäger. Eine Anreise mit dem Auto über Brest ist eine interessante Variante. Auf der langen Fahrt verschafft man sich einen Gesamteindruck von Osteuropa. Die Abholung an der Grenze wird von unseren Partnern organisiert.

Leschose Petrikow im Gebiet Gomel

Das Haus des Jagdbetriebes in Petrikov ist ein Kleinod für Liebhaber verspielter Holzschnitzereien. Das 76.000 ha große Revier hat auch eine Menge zu bieten. Wir empfehlen hier die Jagd auf den Auerhahn, den Elch und auf den starken Keiler. Hier im Süden des Landes beginnen die großen Eichenwälder. Petrikowski Leschos hat eine respektable Reviergröße von 76.000 ha, davon 23.000 ha Feld und 3.000 ha Sumpf und Wasser. Das romantische Jagdhaus hat 4 Einzelschlafzimmer, die Versorgung lässt nichts an Fürsorge vermissen. Stattliche Kanzeln machen den hartnäckigen Ansitz erträglich. Für eine Reise hierher sollte man immer eine ganze Woche einplanen. Elch, Auerhahn und Birkhahn sind ebenfalls reichlich anzutreffen. Die Ruhe und Abgeschiedenheit, die Sie in Petrikow vorfinden, werden Sie in Erinnerung behalten. Weißrussland pur!

Wild- und Jagdarten