Raubwild, Biber & Wasservögel

„Darf man in Belarus den Wolf bejagen“? Fast immer kommt in unseren Gesprächen mit den Kunden diese Frage auf. Ja, man darf! Und sogar das ganze Jahr über, was man aber besser nur im Herbst und Winter tun sollte. Der Anblick auf dem nächtlichen Ansitz ist durchaus nichts Ungewöhnliches. Die klassische und faszinierende Jagdart ist aber das Lappen. Dies funktioniert in der Regel nur nach einer Neuen.

 

Beinahe das gesamte Forstpersonal, nicht nur die Berufsjäger, schwärmt mit knatternden Fahrzeugen aller Art aus, um sich per Mobiltelefon das soeben gefundene Fährtenbild eingekreister Wölfe zuzurufen.

 

Sogleich ziehen hochpassionierte Hilfstruppen mit bleischweren Kabeltrommeln in meterlangen Schritten los, um die Wölfe im tiefen Schnee einzulappen. Stecken Sie erst einmal drin in den Lappen, kann man sie bis zu zwei Tage festhalten. Wer an einer Wolfsjagd teilnehmen will, muss also Gewehr bei Fuß sein. Leider gibt es einen Wermutstropfen:

Die Einfuhr des Balges in die EU ist bis auf weiteres verboten, da Belarus nicht die von der EU Kommission geforderten Informationen über den Wolfsbestand und die Erlegungsstatistiken meldet. Dazu ist die Regierung in Minsk derzeit offensichtlich nicht bereit. Zweifel an der Nachhaltigkeit der Bejagung haben wir keine. Nach nicht bestätigten Angaben soll die Zahl der erlegten Wölfe konstant bei über 1000 Stück im Jahr liegen. Inzwischen haben wir einige erfolgreiche Lappjagden auf Wolf organisiert.

 

 

 

 

 

 

Allgemein spürt sich in Belarus an Wildarten fast alles, was man auch in unseren Breiten kennt: Der Marderhund, der Fuchs, der Mink, Fischotter, Marder, Dachs und Waschbär.

Zurückgemeldet hat sich auch in Belarus der Luchs. „Krasnaja Kniga!!“ (Rotes Buch), ruft der Berufsjäger erbost aus, als er die Katze, die einem Sprung Rehe auf leisen Sohlen folgt, im Schnee spürt. Der Luchs und auch der sich wieder etablierende Braunbär sind streng geschützt. Dem Mann passen diese Verbote nicht und er macht sich auf eine überraschend frische Weise Luft. Als ökologisch wohlerzogener Deutscher steht man staunend daneben. Für einen Moment fühlt man sich in seiner eigenen Gedankenwelt reglementierter als dieser in der Diktatur lebende Waldläufer.

 

Seit einigen Jahren hat die Biberpopulation derartig zugenommen, dass man begonnen hat, Abschusslizenzen zu vergeben. Der ausländische Jäger kann für geringes Geld einen Biber erlegen. Er sollte dies dann tun, wenn der Pelz reif ist ab Anfang Oktober. Die Einfuhr des Fells nach Deutschland muss beim Bundesamt für Naturschutz beantragt werden. Einer Genehmigung einzelner Einfuhren aus jagdlichen Motiven steht nach unseren bisherigen Erfahrungen nichts im Wege.

 

An fast jedem der unzähligen das Land durchziehenden Entwässerungskanäle, oft im Rücken eines abendlichen Ansitzes, schafft und planscht irgendwo ein fleißiger Biber herum. Hier in Belarus braucht es keine millionenschweren Naturschutzprogramme. In den sumpfigen Landschaften lebt fast alles an Tier- und Pflanzenwelt, was wir in unserer zersiedelten Landschaft auf traurigen Restflächen zu schützen suchen. Insbesondere die Vogelwelt ist atemberaubend. Die alten Jäger in Deutschland kennen noch die Jagd auf den Frühlingserpel. Hier wird diese noch praktiziert. Ziehende Gänse werden im Frühjahr und Herbst mit aufgestellten Lockvögeln bejagt.

 

 

 

» weiterlesen