Die Jagd auf den Rothirsch

Das Rotwild ist in Belarus nicht so flächendeckend zu Hause wie der Elch. Es gibt mehrere sehr große Inselvorkommen, die aus den großen Jagdrevieren der polnischen Fürstenfamilien stammen. Trotz der Wirren der Revolution und der Kriege überlebten Restbestände des Rotwildes. Heute wird es wieder gehegt und fühlt sich in den gemischten Wald- und Feldlandschaften wohl. Die Bestände nehmen kontinuierlich zu, was wohl auch mit dem Klimawandel zu erklären ist.

 

Die weißrussischen Staatsforsten können etliche renommierte Betriebe anbieten, in denen man erfolgreich auf den starken Brunfthirsch jagen kann. Klichev und Belinitschi, vor allem aber Teterinskoje  im Gebiet Mogilov östlich von Minsk  oder noch ausgedehnter in den alten polnischen Regionen des Landes im Gebiet Brest. Iwazewitchi, Telechani und Prujani sind gepflegte Rotwildreviere mit idealen Rotwildbiotopen.

Nicht immer sind die Hirsche, wie bei uns gefordert, vom 12. Kopf, wenn sie zur Erlegung kommen. Das ist auch nicht die Zielvorstellung der Jäger hier vor Ort. Ihnen geht es um das Geweihgewicht. Der Hirsch ist reif, wenn er stark ist. Diese vereinfachte Regel erfordert ebenso ein nachhaltiges Denken. Die Geweihgewichte liegen zumeist zwischen 7-10 kg. 12 kg kommen vor.

 

Der schreiende Platzhirsch wird in den unübersichtlichen, meist brettebenen Revieren leise und frontal gegen den Wind angegangen. Das kann mal schiefgehen, wenn ein Alttier auf der Hut ist. Oft klappt es aber erstaunlich leicht, sich dem Hirsch auf Schussentfernung zu nähern. Millionen von Hirschläusen werden den angehenden Jäger plagen, so manchen nassen Fuß wird er sich holen. Am Ende bleibt das unvergessliche Erlebnis der kilometerweiten Pirsch, ohne ein einziges Mal an eine Reviergrenze gestoßen zu sein.

 

Kahlwild wird in der Regel nicht so scharf bejagt wie bei uns. Man will vielerorts den Rotwildbestand noch weiter aufbauen und bremst insbesondere den Abschuss der Alttiere. Eine Absicht, die in unseren Breiten bei „ökologischen“ Forstleuten blankes Entsetzen auslösen würde. Der Wildbestand ist reichlich und die Biotope geben es auch her. Mit viel Anblick ist zu rechnen, wenn die Sicht es zulässt und die Wölfe den Rudeln in harten Wintern nicht zu sehr zusetzen. Hirschtrophäen sind noch recht günstig im internationalen Vergleich. Die Erlegung des Kahlwildes ist dagegen aufgrund der weißrussischen Zielsetzungen relativ teuer. Man sollte sich wie beim Elch auch, auf die Trophäenträger konzentrieren. So ist es von den Anbietern gewollt.

 

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